Über Garnelen & Wirbellose

Kreuzung: Caridina x Neocaridina

Mit freundlicher Genehmigung geteilt von und für Uwe Neumann:

“Genetik ist auch heute noch nicht jedermanns Steckenpferd. Wovon ich hier schreiben darf, ist aber eher mit Neukombination von Genen zu ertklären.

Wer meine alte Anlage gekannt hat, weiß, dass ich eine sogenannte Liegestützfraktion an Aquarien hatte, die sich im Aquarienzimmer 15 cm über den Boden befanden. In diese Aquarien kamen Garnelen, die keines selektiven Eingriffs bedurften. In einem dieser Becken befanden sich die ausselektierten Neocaridina davidi, trivial Red Fire genannt. Damit keine Vermehrung stattfinden kann, waren dort nur Männchen drin -ob das für das Nachfolgende relevant war, ich weiß es nicht-.

Irgendwann kam dann ein einzelnes „Super“tiger Weibchen, Caridina mariae dazu. Außer Wasserwechsel und Füttern, passierte in diesem Aquarium garnichts.

Es sei mir ein kurzer geschichtlicher Rückblick gestattet. Um 2007 herum hatte der Lüneburger Björn T. Lörper in einem Forum darüber berichtet, dass es ihm gelungen sei, Neocaridina und Caridina zu kreuzen. Wie seinerzeit -leider-üblich, wurde er nicht nur belächelt, sondern teilweise in beleidigender Art und Weise persönlich angegriffen. Ich hatte gerade den Red-Bee-Glaubenskrieg hinter mir gelassen und sah das ganze skeptisch aber nicht als unmöglich an. Da dann auch nichts mehr kam, habe ich diese Sache schon fast wieder vergessen.

Aus irgendeinem Grund, brauchte ich genau das oben beschriebene Aquarium und machte es leer, daraufsetzend, dass die verbliebenen Red Fire auch mit einem kleineren Aquarium zurechtkommen würden.

Gesagt getan. Beim „Abfischen“ war ich plötzlich sehr überrascht, eine Menge von etwas über 10 Tieren einer mir nicht bekannten Garnelen“art“ vorzufinden.

Das Aquarium stand zu dieser Zeit etwa 1,5 Jahre ohne züchterischen Eingriff da. Es war für mich deutlich ersichtlich, dass es Garnelen einer offensichtlich fertilen Population waren. Eine mögliche Erklärung war, dass das Caridina Weibchen von den Neocaridina Männern befruchtet wurde. Leider habe ich keine „Zwischen“stufen dieser Zuchtform gesehen, was ich vorfand war jedoch mindestens die F3 dieser „Zuchtform“. Wohl wissend oder erahnend, dass es Stress gibt, die Ergebnisse aufzuschreiben, habe ich die Weibchen dann konsequent von den Männchen getrennt und die Junggarnelen mit Guppys vergesellschaftet. Nach kurzer Zeit glaubte ich Ruhe zu haben. Irgendwann kam ich dann auf die nicht zwingend intelligente Idee, das auf Bitten eines Freundes für seine Zeitung, zu Papier zu bringen. Es kam wie befürchtet, Leute für die es nicht nachvollziehbar war, bliesen ihre Zweifel lauthals in die Atmosphäre. Recht behalten und damit war ich mit dem Thema durch. Bis Monika mit einer ähnlichen Thematik beschäftigt war, es war eine interessante Diskussion auf einem hohen fachlichen Niveau. Ich kürze es ab und lasse einfach mal ein paar Bilder sprechen. 

Das wirklich interessante an dieser ungewollten Kreuzung war die Fruchtbarkeit des Stammes und das deformationsfreie Aussehen. Eine Diskussion sollte nicht in Richtung ‘glaube ich nicht’ laufen. Interessant ist bei solchen Sachen immer, dass nicht jede Kombination geht. Als ich meine “Snowwhite” gebastelt hatte, ging nur Red Bee Weibchen x (Super)Tiger Männchen.

Das Weibchen auf den Bildern trägt ersichtlich Eier und auf dem Bild “unter den Rock” sieht man bei genauem Hinschauen auch schon die Augen in den Eiern. Die Tiere waren zu 100% fruchtbar und haben auch fruchtbaren Nachwuchs hervorgebracht, der sah auch so aus wie das Muttertier und zwar in beiden Geschlechtern. Da ich schon genug genetischen “Unfug” angerichtet hatte und das hier auch nicht wollte, habe ich den Stamm sich in Ruhe aushäuten lassen. Wenn man genau hinschaut, sind auch die weißen Elemente auf Carapax und Abdomen deutliche Hinweise auf beteiligte C. mariae. 

 Anders als andere Züchter habe ich immer, nur versucht mit Minigruppen bzw. Paaren gearbeitet. Sicherlich kann man eine 50er Gruppe nehmen, doch sieht man so nicht, wie das Ergebnis konkret aussieht. Und um auf die Bilder zurückgekommen -und das hat mich selbst etwas überrascht- hier war es eine (Super)Tiger Weibchen und wie bereits geschrieben, die Fire Männer. “

Anmerkung v. Shrimp Art: Zum selben Thema hat sich ein langjähriger Züchter aus Hanoi, Vietnam bei mir gemeldet und Uwes Erfahrungen durch eigene Kreuzungsversuche bestätigt. 

Ausschnitt des Original-Statements von Anh Tuán Vú:

No one who believes Redcherry shrimp can be futuristic with Pinto shrimp. Maybe this is a sample that I’ve wanted to say since so long. But the dedication of passion, always being trampled by traders.  

 (Originalphoto, ein Pinto-Weibchen tragend von Red Cherry Männchen)

I have also ever wished, passionate and my insights will to the world of recognition. But everybody dishonorted me. Leading to the main breeder will lose their self-esteem. Will just hug a dream in their world and never tell anyone.

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newneuwe
newneuwe
7 months ago

Danke Monika, ich hätte mich alleine nicht getraut. Das haben wir gut hinbekommen.

admin
7 months ago
Reply to  newneuwe

Sehr gerne, Uwe! 🙂

momoline-1977
momoline-1977
7 months ago

Ein immer wieder interessantes Thema! Ich hatte Super Princess Bee (paracaridina) Caridina Kreuzungen, allerdings waren die Nachkommen nicht fertil.Wird immer wieder belächelt, auch da war es ein einziges Männchen das über war und bei verschiedenen Caridina Weibchen seinen Lebensabend verbringen durfte. 100% Der einzige Mann in dem Becken ‍♀️
Heute würde ich solche Tiere zu Werner oder Andreas schicken und bestimmen lassen um genau zu wissen was ich da habe, bei dem Becken war es nicht möglich das sich ein anderes Männchen ins Becken schmuggeln konnte,da das Becken einen festen Deckel hatte,so zum nach hinten schieben. Bei anderen Becken die bei mir nur eine Scheibe drauf hatten oder ganz offen waren, gab es ja immer wieder die Möglichkeit das ein Tier aus einem anderen Becken reingekommen ist….

Danke für den Bericht Uwe!