Über Garnelen & Wirbellose

Von Bienen und Tigern

Kreuzungszucht (Tigerbienen) 

Einblick in die Kreuzung Caraidina logemanni und C. Mariae  

Einleitung

F3/F4 mit ersten Tigerstreifen auf dem Weiß

In den letzten Jahren findet die Reinzucht immer weniger Aufmerksamkeit und die Kreuzungszucht entwickelt sich regelrecht zum “Hype”. Er ermöglicht uns eine große Vielfalt neuer Zeichnungsmuster und Farben – nicht immer zum Vorteil der Tiere.   Viele der heutigen TiBee (Tigerbienen)-Kreuzungen gehen auf blaue Tigergarnelen (Caridina mariae) – mit Orange Eye – und Bienengarnelen (Caridina logemanni) , wobei oft noch zusätzlich Shadows (Taiwan Bee) mit eingekreuzt werden. Die Bilder aus diesem Artikel zeigen nur Tiere, die ohne das Einkreuzen von Shadows entstanden sind. Als Ausgangstiere für Kreuzungen sollten am besten Tiere von hoher Qualität genommen werden, da sie die Grundlage für den neuen Genpool bilden. In den ersten Generationen sind die Nachwuchstiere (Hybriden) sehr transparent und haben wenig mit den Eltern gemeinsam. 

Der Weg ist das Ziel

Muster-Variationen

Nach den ersten zwei Generationen zeigen sich in der Regel bestimmte Zeichnungs- und Farbmerkmale bei den Tieren. Die vielversprechendsten Garnelen sollten nach ihren Markmalen in kleinen Gruppen zusammen gesetzt werden. Jedoch lassen sich nicht alle Merkmale verfolgen und man muss sich entscheiden. In späteren Generationen kann eine Rückkreuzung mit früheren Zuchtlinien bzw. Generationen gewünschte Merkmale verstärken oder wieder mit in den Genpool aufnehmen. Rückkreuzung heißt oftmals aber auch, einen Rückschritt in Bezug auf Stabilität und Qualität in Kauf zu nehmen. 

Qualität und Stabilität – die Herausforderung

Abbildung 1
Probleme mit der Weißstabilität

In fortgeschrittenen Generationen hat man sich bereits auf gewisse Merkmale festgelegt und es geht um die Festigung des Musters und der Farbqualität, was jedoch die wenigsten Tiere zeigen. Meist ist es nur 1 Tier pro Wurf oder auch oft ist keins dabei, was den Zuchtzielen entspricht. Meine Beobachtungen zeigen bei Tieren mit ausgeprägter Tiger-Zeichnung eine Instabilität der Weiß-Zeichnung. Ein stabiles Weiß kann durch Selektion auf mehr Weiß- bzw. Bee-Anteil erreicht werden oder durch konsequente Selektion.

Problematiken

Fertilität: Die Weibchen sind nicht mehr so produktiv und tragen manchmal nur ein bis zwei mal im Jahr. Auch wenn die Weibchen viele Eier tragen bestehen die meisten Würfe nur aus fünf bis 15 Tieren. 

Mortalität: Das größte Problem ist die Mortalitätsrate. Manche Tiere erreichen nicht das adulte Alter oder adulte Tiere versterben frühzeitig ohne erkennbaren Grund – meist trifft es die Tiere mit sehr hoher Farbqualität. 

Körperform: Teilweise treten bei TiBee durch den starken Tiger Einfluss Tiere mit schmalem Carapax auf, was nach meinen eigenen Beobachtungen aber keinen besonderen Einfluss auf die Lebenspanne hat. Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass sich dieses Merkmal nicht zu stark ausbreitet. 

Der Shadow Einfluss

Das Ziel: Dragon Fire

Nach mehreren Generationen konsequenter Selektion steigt die Farbqualität stark an. Die rote Farbe verdichtet sich extrem und ähnelt der Farbdichte der Shadows. Bei vereinzelten Tiere hat auch das Weiß eine hohe Pigmentdichte, welche aber oftmals mit dem Alter abnimmt. Wiederum zeigen vereinzelte Tiere schwarzen “Schlieren” auf der roten Farbschicht, die denen der Shadows ähneln. Meistens treten die “Schlieren” zwischen den einzelnen Abdominal-Segmenten auf, wo ursprünglich die Tigerstreifen gewesen sind. Ganz vereinzelt zeichnen sich die schwarzen “Schlieren” auch auf anderen Stellen des Körpers ab. Trotz dieser enormen Pigmentdichte läuft die Vererbung der Tiere (leider) anders als bei unseren Shadows ab.

Ein Fazit

Das Ziel: Dragon Fire

Die Kreuzungszucht bietet eine große Vielfalt und viel Potenzial, birgt aber auch einiges an Risiko. Es ist immer ein Abwägen, das man zwischen Qualität und Gesundheit der Tiere eingeht. Deshalb ist es vor allem bei der Kreuzungszucht sehr wichtig, auf die bereits genannten Problematiken zu achten und die Population gut im Auge zu behalten.

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